Automatisierte Brandschutz- und Entrauchungssysteme: Neue Risikograph-Software des VDMA

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Feuer und Rauch gehören zu den größten Gefahren, denen Menschen in Gebäuden ausgesetzt sind. Erfahrungen aus Bränden haben gezeigt, dass die überwiegende Zahl der Todesfälle und ein Großteil der Sachschäden auf toxischen und aggressiven Rauch zurückzuführen sind.

Aufgabe des vorbeugenden Brandschutzes ist es vorrangig, die Entstehung von Feuer und Rauch zu verhindern. Im Brandfall ist mit Hilfe technischer Einrichtungen die Ausbreitung von Feuer und Rauch zu unterbinden sowie die Entrauchung in Gebäuden sicherzustellen.
 
Praxisgerechte Orientierung im Fokus
Das VDMA-Einheitsblatt (EB) 24200-1 legt die technischen Grundlagen für automatisierte Brandschutz- und Entrauchungssysteme (ABE) fest. Damit erhalten Planer, Sachverständige, Prüfstellen, Anlagen- und Systemersteller sowie Betreiber eine praxisgerechte Orientierung für ihre tägliche Arbeit. Wichtigstes Ziel ist der aktive Personenschutz.
Beschrieben wird eine Vorgehensweise, die auf die jeweilige Situation zugeschnittene Anforderungen an die funktionale Sicherheit der ABE festlegt. Diese Vorgaben sind abhängig vom Risiko, auf das ein Brandschutz- und Entrauchungssystem ausgelegt werden muss. Sie werden über ein SIL (Safety Integrity Level) definiert.
 
Das Einheitsblatt definiert Anforderungen an die Zuverlässigkeit und Sicherheit von Automationseinheiten für Brandschutz- und Entrauchungssysteme. Für Automationseinheiten existieren derzeit keine baurechtlichen Anforderungen.
 
Neue VDMA-Software erstellt Risikographen
ABE-Systeme sind Sicherheitseinrichtungen für Gebäude, die im Brandfall Personen- und Sachschäden verhindern sollen. Der dabei zu beachtende SIL hängt von vielen Faktoren ab, deren Kombination schließlich den Grad der notwendigen Risikominderung definiert. Dies lässt sich am einfachsten in Form eines Risikographen abbilden.
 
Der Graph lässt sich nun schnell und einfach mit der neuen Software erstellen, die vom VDMA kostenlos zur Verfügung gestellt wird.
 
Das Programm erfordert keine Installation, sondern lässt sich direkt aus dem entpackten Verzeichnis aufrufen. Nach dem Start eines neuen Projekts können Objekte angelegt werden, zum Beispiel für ein ganzes Gebäude oder für einen Bemessungs-, Brand, Brandbekämpfungs- oder Rauchabschnitt.
 
In vier Schritten wird dann der jeweilige Risiko-Level abgefragt und ermittelt:
 
1. Auswirkung auf Personen
2. Einfluss von Personen
3. Zusätzliche Gefahrenabwehr
4. Eintrittswahrscheinlichkeit
 
Bereits bei der Ermittlung der Risikoparameter kann der Nutzer in jedem Schritt ausführliche, erläuternde Kommentare eingeben. Nach Abschluss der Dialogsequenz kann er mit einem Klick auf Report erzeugen eine übersichtliche Zusammenfassung als Dokumentation abrufen. Das Programm zeigt dann alle ermittelten Risikoparameter inklusive aller Kommentare.
 
Mit der neuen Risikograph-Software nach dem VDMA EB 24200-1 spart der Nutzer Zeit und Aufwand. Die nicht immer einfachen Bestimmungen des SIL nach Einheitsblatt (EB) 24200-1 werden nun in einer nutzerfreundlichen und funktionalen Software aufbereitet, die zudem eine übersichtliche Dokumentation ermöglicht.

Haben Sie noch Fragen? Thomas Müller beantwortet sie gerne.

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